Göbels Erfindung der Glühlampe

Phase 1

An eine 4711-Flasche wurde ein Glasrohr angeschmolzen und eine verkohlte Bambusfaser eingearbeitet.

 Phase 2

Die Lampe wurde vorsichtig mit Quecksilber gefüllt.

 Phase 3

Nun wurde die Flasche umgedreht und in eine mit Quecksilber gefüllte Schale gehalten. Wie beim Barometer fließt das Quecksilber bis zu einem bestimmten Punkt aus der Flasche heraus. Es bildet sich ein Vakuum.


Phase 4

Danach wurde das Glasrohr so abgeschmolzen, dass eine gebrauchsfertige Glühlampe entstanden war.

Quelle: Jahrbuch der H-G-RS für das Festjahr 1993; Schülerzeichnung

Phase 1

Phase 2

Phase 3

Phase 4

Vom Werden der elektrischen Glühlampe von Dr. Walter Köhler, Berlin

Quelle: Lichttechnik; Archiv für Forschung und Praxis - 6. Jahrgang Nr. 6/1954

....Der erste, dem es dann gelang, die Glühlampe aus dem rein laboratoriumsmäßigen Zustande herauszuführen, war der Deutsche Heinrich Goebel*, der sich in den Jahren 1848 und folgende in New York mit Problemen der Glühlampe beschäftigte. Goebel benutzte als Leuchtkörper verkohlte Bambusfaser, die er zwischen einen langen hakenförmig gebogenen Kupferdraht und einen kurzen Kupferdraht als zweiter Elektrode aufspannte, die beiden Kupferdrähte durch einen Glassteg verband und ihre Enden in Kölnisch-Wasser-Flaschen als Lampenkolben einschmolz. Die Entlüftung besorgte er dadurch, dass er den Lampenkolben, sprich: die Kölnisch-Wasser-Flasche, mit Quecksilber füllte und in ihm nach dem Torricellischen Versuch ein Vakuum erzeugte, so wie er es vom Barometerbau her gewohnt war. Die Kupferelektroden hatte er hierbei durch vorherige vorsichtige Erwärmung vor dem Amalgamieren geschützt. Auf diese Weise konnte Goebel Lampen bauen, die erstmalig eine Lebensdauer von mehreren hundert Stunden hatten. Er betrieb sie mit Primärelementen bei einer Spannung von 42,5 V, sie hatten eine Leistungsaufnahme von etwa 75 W und gaben eine Lichtleistung von etwa 70 Lumen, hatten also eine Lichtausbeute, wie wir heute sagen, von etwa 1 lm/W. Diese Goebellampen waren die ersten, die jemals zu praktischen Beleuchtungszwecken benutzt wurden, und zwar zur Beleuchtung des Schaufensters des Uhrmacherladens, den Goebel in New York in der Monroe Street hatte. Diese Lampen von Heinrich Goebel waren auch die ersten Glühlampen, die für Werbebeleuchtungszwecke benutzt wurden: Goebel montierte solche Lampen auf einem Pferdefuhrwerk, mit dem er abends durch die Straßen New Yorks fuhr und auf dem ein Fernrohr aufgestellt war, um den Sternenhimmel zu betrachten.

Alle diese Tatsachen, die für die damalige Zeit vollkommen neu waren, gerieten aber in der Folgezeit wieder in Vergessenheit. Goebel kam nicht auf den Gedanken, sich seine Erfindungen patentrechtlich schützen zu lassen. Auch fehlten ihm wohl die Geldmittel hierfür, und andere geeignete Menschen konnte er für seine Arbeiten nicht interessieren, da er ja seiner Zeit vorausgeeilt war. Als Stromquelle war man auf Primärelemente angewiesen. Eine brauchbare Hochvakuumluftpumpe gab es noch nicht; die Quecksilberluftpumpe von Hermann Sprengel wurde erst im Jahre 1865 erfunden und das dynamo-elektrische Prinzip durch Werner Siemens 1866 aufgestellt. Erst diese Großtaten menschlichen Erfindergeistes, die der ganzen Elektrotechnik neue Bahnen wiesen, schufen auch die Voraussetzung für die Entwicklung der elektrischen Glühlampentechnik....

* Bis vor wenigen Jahren war die Schreibweise Goebel gebräuchlich. So schrieb er in New York seinen Namen, dort ist die Umlautschreibweise Göbel nicht bekannt. Recherchen in Springer Kirchenbüchern brachte die ursprüngliche Schreibweise zu Tage.

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